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Wenn in Stadtführern oder anderen Veröffentlichungen über Rostocks St.-Marien-Kirche die Orgel als eine "Paul-Schmidt-Orgel von 1770" bezeichnet wird, dann ist dies nur bedingt richtig. Das einzige wirklich von 1770 stammende ist der Prospekt der Orgel. Vermutlich stammen auch zwei Windladen aus dieser Zeit. Sämtliches Pfeifenmaterial jedoch, alle spieltechnischen Einrichtungen bis hin zum Spieltisch sind danach gebaut worden.
Bereits 1791 wurde mit einem erneuten Orgelbau begonnen, da die von Paul Schmidt gelieferte "windsüchtig" geworden war. Die 1793 vom Berliner Orgelbauer H. Ernst Marx vollendete Orgel hatte auf vier Manualen und Pedal 64 Stimmen, ein Glockenspiel, ein paar Pauken und "etwas, was sich bewegt", wie der Organist Florschütz (1807-1831 im amt) berichtete. "Ganz oben im Prospekt bewegen sich Sonne, Mond und Sterne in angemessener Ordnung, welches Schauspiel die andacht nicht sehr fördert".
Mit der Windversorgung scheint man noch immer nicht zufrieden zu sein. Vergeblich versucht der Rostocker Orgelbauer Rasche sechs Jahre lang hier Abhilfe zu schaffen. 1842 vergrößert Orgelbaumeister Winzer aus Wismar die Windkanäle. Die umfangreichsten Veränderungen stammen von Carl Börger (Rostock-Gehlsdorf). Er baute u.a. neue Bälge und brachte das Instrument von der Chortonstimmung auf Normalstimmung, ca. einen halben Ton tiefer. Die Orgelbaufirma Sauer, Frankfurt/Oder, baute 1938 das Werk total um. Bei gleichzeitiger Dispositionsveränderung entstand ein Werk mit 83 Registern auf vier Manualen und Pedal. Der alte Spielschrank wurde stillgelegt, die Marxsche Mechanik und die Börgsche Pneumatik entfernt, und die Orgel erhielt eine elektronischpneumatische Traktur.1983 wurde die Orgel durch die Firma Sauer gründlich erneuert und überholt.
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