 |

 |
 |
 |
 |
Das erste nachreformatorische Kunstwerk ist die Kanzel. Sie ist im Jahre 1574 entstanden.Vermutlich der Holzschnitzer und Bildhauer Rudolf Stockmann hat sie geschaffen. aus Antwerpen gebürtig, nahm er 1577 in Rostock seinen Wohnsitz.
Ihre besondere Wirkung hat die Kanzel durch die plastische und reliefartige Darstellung einiger Szenen aus dem Leben Jesu, wie die Anbetung des Kindes durch die Hirten, die Taufe Jesu, das Heilige Abendmahl und die Kreuzigung. Die einzelnen Szenen sind durch korinthische Säulenpaare voneinander getrennt. Darunter befinden sich die allegorischen Darstellungen der christlichen Tugenden. Das Lesepult wird von einem Pelikan getragen, von dem es heißt, daß er in Zeiten der Not seine Jungen mit seinem eigenen Blut speist, um sie so vor dem Tod zu bewahren. Der Pelikan ist die Symbolfigur für den Tod Jesu, der mit seinem Sterben die Menschheit vor dem ewigen Tod rettet.
Das Kanzelportal zeichnet sich durch besondere Schönheit aus. Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter sehen wir hier dargestellt. Darüber zeigt ein weiteres, größeres Relief den Menschen zwischen Gesetz und Evangelium, repräsentiert durch Mose und Johannes den Täufer. Hinter diesen beiden sind biblische Szenen zu erkennen, die Gesetz und Evangelium verdeutlichen. Den abschluß des Portals bildet der Kampf Jakobs mit dem Unbekannten am Jabbok. Der in zwei Stockwerke gegliederte Schalldeckel ist 150 Jahre später, 1723, durch die Rostocker Möller (Tischler) und Hartich (Bildhauer) hinzugefügt worden. Sie haben es verstanden, den Schalldeckel so auszuführen, daß er sich dem Kanzelkorb künstlerisch gut anpaßt und mit ihm eine Einheit bildet. In zehn Nischen sind Bilder aus der Apokalypse (Offenbarung des Johannes) dargestellt. Ein Engel, der eine Posaune bläst, bekrönt den Schalldeckel: Ruf des Ewigen zur Umkehr.
|
 |
 |
 |

 Auferstandener Christus an der Kanzel
|
|