“Licht” ist ein wichtiger spiritueller Begriff in der Bibel, aber auch in seiner eigentlichen Form ist es dem Menschen unentbehrlich.
Ein besonderes Element des gotischen Kathedralstils ist die Lichtdurchflutung des Kirchbaues durch sehr große Fensterflächen. Um die für die Gewichtsableitung des Daches fehlenden Wandanteile zu kompensieren, wurden die außenliegenden Strebepfeiler entwickelt. Für die Glasflächen selbst wurden alle bis dahin bekannten Techniken zur farblichen Gestaltung angewendet, also das Einfärben des Glases im Brennvorgang durch verschiedene Metallstäube und das Aufzeichnen von Konturen mittels Schwarzlotes.
Die entstehenden Lichteffekte waren den Menschen früherer Zeiten von unerreichbarer Einmaligkeit und gehörten zu jenen Sinneseindrücken, welche ausschließlich in Kirchbauten erfahren werden konnten.

In der Marienkirche haben sich durch Umgestaltung im 19. Jahrhundert und durch Kriegseinwirkung nur spärliche Reste mittelalterlicher Fenster erhalten. Sie sind in die Fenster der im Nordwesten liegenden Bröker- und der Krämerkapelle eingearbeitet (im Plan Nr. 1 & 2).

In den Jahren 1896 bis 1906 wurden bedeutende Glasfenster in Auftrag gegeben. Das große Fenster im Giebel des Südquerhauses ist mit 26 Metern Höhe das größte zusammenhängen Bildmotiv der Glasmalerei überhaupt (im Plan Nr. 18 ). Es wurde von einer Tiroler Werkstatt gefertigt und zeigt Christus, den Weltenrichter.
Weitere Fenster dieser Gestaltungsmaßnahme sind im Hochchor (über dem Hauptaltar, Plan Nr. 10 & 11), in der Gedächtniskapelle mit dem Motiv der Auferstehung Christi (Plan Nr. 9) und in der Mannschen Kapelle (Plan Nr. 14 ) zu sehen.

Die Fenster wurden in den letzten Jahren mit großem Aufwand restauriert, 2018 werden die letzten Arbeiten abgeschlossen, unter anderem auch die Reparatur der barocken Verglasung über dem Durchgang links von der Fürstenloge.

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