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Der bronzene Taufkessel (Fünte) gehört zu den ältesten Kunstwerken, die sich in der St.-Marien-Kirche befinden. Ostern (2.April) 1290 wurde er in Gebrauch genommen. So besagt es eine Inschrift am unteren Rand des Deckels. Der Name des Künstlers ist nicht bekannt. Die zwischen der Rostocker Fünte und der um 40 Jahre älteren im Hildesheimer Dom bestehenden ähnlichkeiten legen die Vermutung nahe, daß es sich bei den Künstlern um eine Meister- Schüler-Beziehung handeln könnte.
Die Fünte ist in drei Teile gegliedert: Das Gesamtwerk wird von vier bärtigen Männergestalten getragen. Sie halten Krüge in den Händen, aus denen Wasser strömt. Jedoch tragen sie die Aufschriften Aer( Luft), Aqua (Wasser), Ignis(Feuer), Terra (Erde) - das sind die Elemente der Welt nach damaliger Vorstellung.
Der Mittelteil bildet in anschaulicher Weise das Leben Jesu ab. Die aus 21 Bildern bestehende Lebensgeschichte beginnt mit der Verkündigung des Engels Gabriel an Maria, endet mit der Auferstehung Jesu und mit seiner Begegnung mit Maria Magdalena.
Der Deckel zeigt vier Löwenköpfe, die je einen Ring halten, mit dessen Hilfe der Deckel gehoben werden kann. Taufe und Himmelfahrt Jesu sind die herausragenden Darstellungen auf dem Deckel. Daneben sind Frauen und Männer - vermutlich Heilige - Bischöfe und Märtyrer zu sehen. Das Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen hat auf dem Deckel ebenfalls seinen Platz gefunden.
Bekrönt wird das Gesamtwerk von einem Adler, der die Kraft und den Schutz Gottes symbolisiert.
Die Inschriften auf dem Mittelteil der Fünte geben das "Ave Maria" und das "Salve Regina" wieder. Beide Gebete waren Bestandteil der mittelalterlichen Taufliturgie.
Der Rostocker Theologe Gottfried Holtz sieht in den Figuren der Fünte das Nizänische Glaubensbekenntnis in seine drei Artikeln dargestellt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kunstwerk, um es vor der Zerstörung zu schützen, vergraben. Darunter hat das Metall sehr gelitten. Ostern 1990 beging die St.-Marien-Gemeinde das 700jährige Jubiläum der Fünte mit einem festlichen Taufgottesdienst.
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 Auferstandener Christus auf der Fünte
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